Montag, 18. Mai 2015

Infos aus dem Süden über den Süden

So, das ist wohl unsere letzte Wasserstandsmeldung aus dem inzwischen wieder wasserarmen Madagaskar. Ende Juli läuft unsere Zeit hier endgültig ab, auch wenn unser Vertrag mit der AGEH offiziell noch bis zum 13.9.2015 geht. Aber davor stehen ja noch Wohnungssuche, medizinische Rückkehruntersuchungen, Abschlussgespräche, Rückkehrerwoche, aber auch noch ein bisschen „Fernarbeit“ für Vozama aus Deutschland aus an, bevor dann allerspätestens am 14.9. mit dem Schulbeginn der Ernst des deutschen Lebens wieder beginnt. Wo genau? Das erfahrt ihr weiter unten...




Aber der Reihe nach, denn nach Weihnachten, das wir ruhig zu Hause gefeiert haben, nachdem wir uns vergangenes Jahr am Strand noch unweihnachtlicher gefühlt hatten, als es bei 35 Grad, Sonnenschein und blühender Natur ohnehin der Fall ist, und das unseren Kindern die Möglichkeit gab, sich gegenseitig als wandelnde Weihnachtsbäume zu schmücken, war doch noch einiges los.

Am losesten war dabei sicherlich unsere Reise nach Durban in Südafrika an Ostern zu einem AGEH-Fachkräftetreffen. Nachdem wir ähnliche Reisen in den Vorjahren verpasst hatten, weil wir dummerweise angenommen hatten, wir müssten Reise und Unterkunft selber bezahlen, hatten wir uns diesmal besser informiert und konnten so von diesem tollen Angebot unserer Entsendeorganisation (die wir nur empfehlen können, falls jemand mal etwas Ähnliches wie wir vorhat) profitieren. Auf dem Programm standen 3 Tage Workshop zu Strategischer Projektplanung und Organisational Assessment (was alles auf Englisch ablief, was Patricks so vor sich hinschwelenden Englischkenntnissen wieder mal zur Explosion verholfen hat), Austausch mit den anderen Fachkräften aus dem südlichen und östlichen Afrika zu Problemen, Erfolgen und Erfahrungen in den Projekten, eine Stadtführung durch Durban sowie der Besuch eines Farm-Projekts im Inneren des Landes.
 
 
Da wir aber 1 1/2 Tage früher anreisen konnten, haben wir auch so gut wie möglich und vor allem für die Kinder, von anderen Angeboten profitiert: Nachdem wir um Mitternacht unsere Unterkunft bezogen hatten, sind wir gleich am nächsten Morgen um 7 wieder zu einer Mini-Safari aufgebrochen, damit Sarah und Noemi Giraffen, Zebras, Gnus, Nashörner, Nilpferde (allerdings keine Elefanten oder Löwen) in einigermaßen freier Natur bestaunen konnten. Der Besuch eines traditionellen Zulu-Dorfes danach ähnelte allerdings mehr einem Freilufttheater als einer authentischen Südafrika-Erfahrung.




Letztere gab es eher in der Stadt, die uns nicht nur durch ihre fast perfekten Infrastrukturen, durch ihre kulturelle Durchmischung, die starken Unterschiede zwischen allzu reich und allzu arm sowie ihre allgegenwärtige Geschichte (von Gandhi über Mandela bis hin zur indischen Immigration) beeindruckte, sondern insbesondere durch den Konsumrausch, in den sich viele (zumindest die, die es sich leisten können) stürzen: Eine für uns schwindelerregende Realität, die wir erst einmal verdauen mussten nach mehr als 3 Jahren Fianarantsoa.
Bestes Beispiel dafür war das größte Aquarium der südlichen Hemisphäre mit Spaß-Schwimmbad und Einkaufsmeile. Die Kinder fanden die „Ushaka Marine World“ aber trotzdem toll, auch wenn man nicht mal eine eigene Banane mit hineinnehmen durfte, damit man es auch ja nicht versäumte, an den Fish-and-Chips-, Hamburger- oder Würstchenbuden die einheimische Wirtschaft an- und das eigene Gewicht nach Vorbild der wabbelbäuchigen Weißen hochzukurbeln. Viel Spektakel, viel Show, viel Drumrum mit wenig Drinrin, das war so unser allgemeiner Eindruck dieses trotzdem schönen Aquariums.







Am beeindruckendsten für die Kinder war aber etwas anderes, und dies gleich schon am Flughafen von Johannesburg: Rolltreppen, Rollteppiche und... Ampeln! Zum Glück hatten wir zwischen den Flügen genug Zeit, um die Kinder eine halbe Stunde lang Treppen hoch- und runter- und Teppiche hin- und zurückfahren zu lassen.
Sarah ist seitdem jedenfalls überzeugt, dass Sie später nach Südafrika ziehen und dort leben will...

Parallel dazu verlief eine andere spannende Sache, nämlich die Frage, ob Patricks Versetzungsantrag in den Süden des Südens Deutschlands vom Regierungspräsidium Stuttgart akzeptiert würde oder nicht. Endgültig bestätigt ist es noch immer nicht, aber es ist doch so gut wie sicher, dass es tatsächlich geklappt hat und wir in die Nähe meines Bruders, in die Nähe Frankreichs, in die Nähe der Schweiz und damit in unsere Wunschgegend gelangen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es Lörrach als Schulort für Patrick, was Daniela die Möglichkeit gäbe, in der Schweiz unser Gehalt aufzubessern.
Wie gesagt, hundertprozentig sicher ist das noch nicht, wir verlassen uns aber doch schon so sehr auf die bisher erhaltenen Aussagen, dass wir mit der Wohnungssuche angefangen haben. Heißeste Kandidatin für Schmeja's Next Tophouse ist momentan ein „Wohnen-auf-Zeit“-Haus in Weil am Rhein, in dem wir zunächst einmal gemütlich unterkommen könnten, um dann von dort aus etwas Definitives zu finden und einem uns Zusagendem für etwas uns Zusagendes zuzusagen.
Eine andere besondere Erfahrung, diesmal mehr auf arbeitstechnischer Ebene, war der Besuch einer Gruppe deutscher Zahnärzte des Vereins „Dental Volunteers“, der regelmäßig Freiwillige in arme Länder mit schlechter medizinischer Versorgung reisen lässt, wo sie dann Menschen behandeln, die sich so etwas normalerweise nicht und vor allem nicht in dieser Qualität leisten können. Es war schon beeindruckend, wie diese Zahnärzte ihre Praxis auf das Wesentliche reduzierten und in Schulklassen oder einfach auf einem Tisch in freier Wildbahn ihre Patienten unter Anwendung handwerklicher Grundkenntnisse behandelten. Leider blieb oftmals keine andere Möglichkeit als eine Extraktion, selbst bei so relativ kleinen Kindern wie unseren Vozama-Schülern. Dennoch war es befriedigend zu hören und zu sehen, dass „unsere“ Kinder von Vozama aufgrund der hygienischen Sensibilisierung unserer Teams deutlich bessere Zähne haben als andere Kinder aus dem Dorf.








Ansonsten ist im Bereich der Arbeit die letzte heiße Phase angelaufen, was die Übergabe vieler Aufgaben an Einheimische und die Planung und Organisation unserer Abreise betrifft. Auch wenn durch die erneute krankheitsbedingte Abwesenheit von Frère Claude, unserem Chef, dazu wieder mehr Verwaltungs- und Führungsarbeit hinzukommt als geplant, so läuft dies doch sehr positiv und vielversprechend ab. Wir hoffen wirklich, dass die von uns durchgeführten Maßnahmen eine dauerhafte und nachhaltige Wirkung zeigen werden.

Daniela hat dabei, ihrem sozialen Trieb folgend, noch eine weitere Nebentätigkeit ins Leben gerufen, die inzwischen in ganz Fianarantsoa bekannt ist und zur Verstärkung der Allgegenwart der italienischen Gastronomie in der ganzen Welt beiträgt: Nachdem ein Priester einen richtigen Pizza-Holzkohleofen im Gefängnis der Stadt hat bauen lassen, begibt sich Daniela wie bei Monopoly nun einmal pro Woche direkt dorthin, um den Gefängnisinsassinnen, die daran interessiert sind, beizubringen, wie man eine richtige Pizza zubereitet. Diese Pizzen werden dann in der Stadt, vor allem an die Weißen, verkauft, was den Gefangenen erlaubt, sich ein bisschen Geld zu verdienen, mit dem sie sich etwas mehr Nahrung kaufen können, als die gratis zur Verfügung gestellten 3 Stangen Maniok pro Tag. Darüber hinaus hat sich so eine sehr nette Gemeinschaft unter den Frauen gebildet, die dann auch eine Qualifikation aufweisen können, wenn sie aus dem Gefängnis entlassen werden, und so mehr Chancen haben, wieder ins normale Alltags- und vor allem Arbeitsleben integriert zu werden.
NB: Nur ca. 40 der insgesamt etwa 750 Inhaftierten im Gefängnis von Fianarantsoa wurden auch tatsächlich von einem Gericht zu dieser Strafe verurteilt. Alle anderen wurden einfach so in Gewahrsam genommen, häufig auf eine reine Verdächtigung oder Lüge hin, häufig mit einer finanziellen Geste an den Polizisten verbunden, und warten oft jahrelang auf einen Urteilsspruch.
  


 




 So, das waren wieder einmal, wenn auch etwas durcheinander, ein paar Neuigkeiten und Informationen.

Wir kommen wohl Ende Juli nach Deutschland zurück und würden uns dann freuen, viele von euch wieder zu treffen, soweit wir euch noch erkennen...

Herzliche Grüße aus Fianarantsoa

PaDaSaNo

 


Donnerstag, 30. April 2015

Linkischer Hinweis

Hallo zusammen,

bevor es in den nächsten Tagen dann mal wieder etwas mehr Prosa gibt, hier schon einmal der Hinweis darauf, dass sich die Links zu unseren Fotoalben haben ändern lassen müssen:

Fotos von Vozama und unserer Arbeit gibt es hier:
https://www.flickr.com/search/?w=121069278@N08&q=schmeja

Private Fotos von Reisen und unserem Alltagsleben für die Jahre 2014 - 2015 hier:
https://plus.google.com/u/0/photos/107720531518939817851/albums/6143441295979997489?authkey=CIf13L-ShK6AtgE

Und ebenso private, aber ältere Fotos (Jahre 2012 - 2014) hier:
https://plus.google.com/u/0/photos/107720531518939817851/albums/5731717680941942369?authkey=CI3928SC2YTJwAE

Demnächst dann also mehr über wandelnde Weihnachtsbäume, Zulus, Giraffen, Nashörner und Badenser sowie über Reisen in den Süden Afrikas und denjenigen Deutschlands.

Soweit der Teaser.

Bis bald

PaDaSaNo. 

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Fruchtige Grüße zum Jahresende


Es ist kaum zu fassen, aber nun ist schon wieder ein Jahr vergangen und Weihnachten klopft an die Tür, in froher Begleitung
  • der schon im letzten Jahr erwähnten Glitzer-Glimmer-Kitsch-China-Plastik-Dekorationen ...
  • der Sicherungen sprengenden und Modem gefährdenden Starkregengewitter (aufgrund derer wir nach der Zeit der stundenlangen Stromabschaltungen nun lange gewitterbedingte Strom- und Internetausfälle haben) ...
  • der australisch-sommerlichen Fruchtreifejahreszeit mit spottbilligen Tonnen von Litschis, Mangos, Pflaumen, Papayas, Pfirsichen, Korosols und, natürlich, Bananen ...
  • sowie der damit verbundenen und parasiten- oder schmutzwasserbedingten Bauchschmerzen, Übelkeiten und Durchfälle.

Und weil uns das alles so gut gefällt und Weihnachten und das neue Jahr und unser Vertragsende auf den seit Kurzem – es geschehen noch Zeichen und Wunder! - neu gemachten glatten, (für madagassische Verhältnisse) löcher- und kariesfreien Land- und Stadtstraßen in Hurrikan-Eile nahen, haben wir uns dazu entschlossen, bei unseren diversen Chefs anzufragen, ob wir nicht ein bisschen länger hier bleiben und zumindest das Vozama-Schuljahr bis zum Ende begleiten können, um dann auch fließender in das deutsche Schuljahr ab Sommer 2015 einzutauchen. Und tatsächlich haben wir in für große Verwaltungsmonstren windiger Eile grünes Licht für dieses Vorhaben bekommen, sodass unser Vertrag nun bis zum 13.9.2015 verlängert wurde und wir wohl Anfang August nach Deutschland zurückkommen. Bis dahin weiß ich dann hoffentlich, an welcher Schule ich landen werde und wo wir uns ein neues Zuhause suchen können. Ein Versetzungsantrag in den Süden des Südens ist gerade aus meinem Computer in Richtung Regierungspräsidium Stuttgart geschlüpft, ob das aber was wird oder wir weiterhin im hohen Norden des Südens frieren werden müssen, wird sich wohl erst im Laufe der nächsten 6 Monate entscheiden.

Das bedeutet natürlich auch für euch eine Verlängerung der Möglichkeit, uns hier besuchen zu kommen – eine Möglichkeit, von der Danielas Mutter im Oktober und November Gebrauch gemacht hat, indem sie uns 3 Wochen lang mit ihrer Gegenwart beglückte und die Kinder wie eine Weihnachtsfrau mit Koffern voller Geschenke überhäufte. Wir sind dann auch ein bisschen mit ihr und den Freunden, die sie begleiteten, im Land herumgesaust und die Kinder haben ihre Oma in vollen Zügen bzw. vollen Autos und an leeren Stränden genießen können.

Fast gleichzeitig hatte ich auch das Glück, an einem klassischen Konzert als Pianist mitwirken zu können, für das Musiker aus Tana speziell angereist waren. Das bedeutete zwar eine Menge Arbeit und gehörte nicht unbedingt in unser Schema des Entwicklungszusammenarbeitskontextes, hat mir aber doch große Freude bereitet und viel Nostalgie nach diesem mir so lieben Hobby aufkommen lassen.

Beruflich liegen wir ja sozusagen auch fast in den letzten Zügen. Vor allem jetzt, da Frère Claude nach einem sechsmonatigen gesundheitsbedingten Aufenthalt in Europa zurück ist – während dem viel an Leitungstätigkeit bzw. Begleitungstätigkeit für die Interims-Leitenden angefallen war - , ist es nun an der Zeit, ein besonderes Augenmerk auf die vollständige Übertragung von Aufgaben, Kompetenzen, Kapazitäten, Verantwortlichkeiten und sonstigen wichtigen Dingen, Dinglichkeiten und Dingenzen auf die einheimischen Führungskräfte zu legen sowie die sanft eingeführten Neuerungen in Pädagogik und Erwachsenenanimation zu festigen, um sie – Achtung, Modewort! - nachhaltig werden zu lassen.

Gerade haben wir auch zwei Wochen einer von einem großen Geldgeber in Auftrag gegebenen externen Evaluation überlebt, die das Projekt akribisch unter die Lupe nahm und letztlich zu einem durchaus positiven Ergebnis gekommen ist sowie gleichzeitig diejenigen kritischen Punkte hervorgehoben hat, die wir schon seit Langem als veränderungswürdig betrachten. Mal sehen, ob somit auch bisher felsenfest bewährte und bewehrende Gewohnheiten langsam ins Rollen kommen...

Soweit einmal eine sehr kompakte Zusammenfassung dessen, was hier und bei uns so passiert. Wer über Vozama auf dem Laufenden bleiben will, kann dies über die Internetseite und facebook tun:

Und wer zu faul zum Lesen ist, der kann einfach Fotos gucken:
Unsere privaten, aber ungehackten Bilder, insbesondere von Sarah und Noemi, HIER.
Alle Fotos von Vozama, nach Kategorien geordnet, HIER.
Und speziell nur die von Patrick von und für Vozama gemachten Fotos HIER.

Wir wünschen euch allen jedenfalls von Herzen ein glückliches, besinnliches, gesegnetes und eseses Weihnachtsfest sowie eine rutschige Lust ins neue Jahr, in dem wir uns hoffentlich wieder von Angesicht zu Angesicht sehen, sprechen, hören, riechen und anfassen können.

Alles Liebe von
PaDaSaNo

Rück-Blick zum Jahresende...
Voraus-Blick auf den vor uns liegenden Weg...

Der Weg in die Zukunft der Kinder von Vozama!





Montag, 8. September 2014

Von All- und Festtagen


So, nach längerem arbeits- und ferienbedingten Schweigen melden wir uns mal wieder bloglich. Weil  gerade unser Big Boss, Frère Claude, in Frankreich weilt, um sich um Fundraising und seine Gesundheit zu kümmern, gibt es momentan etwas mehr zu tun als sonst, so dass ich nicht die Zeit habe, unsere madagassischen Abenteuer als Romane oder Dramen niederzuschreiben.
Daher gibt’s diesmal einfach ein paar mehr oder weniger aktuelle Fotos mit Kommentaren, die euch einen Einblick in das vermitteln können, was hier so ab-, vor sich, voran- oder gar nicht geht.

Als erstes sei da natürlich auf die zwei großen Fotoalben verwiesen:


Picasa oder Google+ für alles, was das Private betrifft (nein, gehackte Promi-Fotos sind nicht dabei); hier findet ihr vor allem Eindrücke von unserer letzten 10-tägigen Urlaubsreise an die Westküste Anfang August; wir haben dort die berühmte Baobab-Allee bestaunt und fotografiert, und wenn ihr euch das Album anschaut, müsst ihr darauf vorbereitet sein, Baobabs in all ihren Erscheinungsformen anzutreffen: allein oder in Gruppen, von oben, von unten, von der Seite, schräg und gerade, bei Sonnenauf- und bei Sonnenuntergang, von außen und von innen…

  
aber es gibt auch andere Bilder, so vor allem von unserer abenteuerlichen Autofahrt durch Flüsse, Seen und Salinen zu einem kleinen Fischerdorf, das für seine Bootswerkstätten bekannt ist.

Flickr für alles, was Vozama und unsere Arbeit betrifft: Fein säuberlich nach Alben geordnet könnt ihr da einen Einblick in das gewinnen, was wir hier täglich so treiben.

Und eine Auswahl der Fotos von dem kleinen, handlichen, in die Handtasche passenden Fotoapparat, der uns also auf Schritt und Tritt in unseren täglichen Sündentaten folgt, gibt es hier auf dem Blog:

1. Daniela bei der Arbeit     

Im Bereich "Gesundheit" für Vozama tätig zu sein, bedeutet u.a.:


  • Kinder und Eltern ins Auto stopfen, bis es nicht mehr geht





  • Ihnen von einheimischen Spezialisten erklären lassen, wie, warum, wann und womit man sich die Zähne putzt




    • Die Vozama-Kinder mit Zahnbürsten und –pasta ausstatten, ihnen "die Zähne zeigen" und sie üben und schrubben lassen, bis ihnen der Schaum vor dem Mund steht oder bis die (oft gar nicht mehr vorhandenen) Zähne komplett abgerieben sind:








    • Dafür sorgen, dass Kinder mit Behinderungen (wie hier eine Gruppe taubstummer Mädchen) in speziellen Betreuungseinrichtungen aufgenommen und begleitet werden:


    • Schwer kranke Kinder aus den Vozama-Familien aufnehmen, für sie und mit ihnen die nötigen Schritte in den öffentlichen Einrichtungen in die Wege leiten und sie während des Behandlungszeitraums begleiten:








    2. All- und Festtage in Fianarantsoa

    Am 26. Juni war in Madagaskar Nationalfeiertag, an dem sich während der großen Parade die Ordnungshüter, von denen sonst im Alltagsleben wenig zu sehen ist (vor allem wenig Prächtiges) in all ihrer Pracht zeigten:






     Aber auch Schulen, Vereine und sonstige Gruppierungen durften, in schmucke Gewänder gehüllt, mitparadieren:















    Und natürlich war auch Vozama mit von der Partie, allerdings in gewöhnlicheren Farben... und am Ende gab es auch eine kleine Verpflegung für die Kinder, die mehrere Stunden in voller Sonne ausgeharrt hatten:





    Auf dem Rückzug vom Umzug gab es dann ein paar Impressionen von den typischen "Chinoiserie"-Geschäften, die den Wegesrand säumen. Von "SOKY"-Radios über "NEKE"-Schuhe bis hin zu "Hello-Killy"-Taschen gibt es hier alles, was das Herz des kleinen Geldbeutels und des schönen Scheins begehrt:



































    Das Ganze landet dann allerdings sehr schnell im oder auch neben dem Müll:


    Weggeworfen wird ansonsten allerdings wenig. Insbesondere die etlichen Fleischergeschäfte am Straßenrand können davon zeugen; sie sind auch ein Paradies für Anatomiker: vom Herz über die Eingeweide bis zu den Hacksen ist alles sicht-, kauf- und verzehrbar:










    Allerdings muss man auch eingestehen, dass man frischere Ware wohl sonst nirgends bekommt:


    3. Die Kinder

    ... sind weiterhin furchtbar lieb und süß, auch wenn sie inzwischen dabei sind, das professionnelle Streiten zu lernen (und es jeden Tag zur Genüge üben). In der Schule stand vor den Ferien das Abschlussfest und, zum großen Leidwesen von Sarah, auch der Abschied von ihrer vergötterten Lehrerin Christelle an:



    Ansonsten sind sie in allen Aggregatszuständen erlebbar: als Hippies, Hexen oder (H)Amazonen (letzteres auf der Ferienfahrt nach Morondava, an der Zwischenschlafstation Antsirabe):























    Aber auch das Flirten mit fremden und bekannten Männern geht schon ganz gut, auch wenn bei den Fremden noch in guter Maskenballmanier auf das Geheimhalten der eigenen Identität geachtet wird:




    Und mit den neuen Nachbarn, die bei Vozama wohnen (ein italo-französisches Ehepaar) haben wir zwei neue Kinder und einen Schwiegersohn dazugewonnen (Sarahs Ehe mit Matteo ist beschlossene Sache). Da wird manchmal schon kräftig auf die Pauke gehauen:


    4. Unsere Wochenendausflüge

    An den sonnigen Samstagen und den samtigen Sonntagen streifen wir häufig durch Wiesen und Felder, Flüsse und Wälder:



    Sarah verschwindet mit Matteo im Heu...







    Wobei wir die Menschen bei ihren Alltagsbeschäftigungen treffen...






    ... uns unser Picknick selber angeln...




    ... und wo sich unsere Kinder als Kletter-Lemuren outen:




    Und wenn wir nach Hause kommen, können wir frisches Obst aus unserem eigenen Garten essen: eigene Bananen und Papayas. Die darf man dann schon mal stolz präsentieren:



    Und weil es inzwischen wieder wärmer wird, draußen ein wunderschöner Vollmond am Himmel steht und Jirama (die madagassische öffentliche Strom- und Wasserversorgung) gleich den Strom abschaltet, weil das Wasserkraftwerk in der Trockenzeit nicht genügend 'Saft' liefert, um das wachsende Bedürfnis der Bevölkerung an Strom zu decken (in den letzten Tagen hatten wir immer 3 - 4 Stunden Stromausfall), mache ich hier einfach einen Punkt.

    Wir freuen uns über alle Anmerkungen, Anregungen, Anrufe, Anschriebe und Ankömmlinge hier bei uns.


    Eure PaDaSaNo !