Montag, 17. Dezember 2012

DIES UND DAS, HIER UND DA, DANN UND WANN

Mit anderen Worten: Heute kommt mal wieder ein bunter Mix aus wichtigen und unwichtigen, langen und kurzen, lustigen und nachdenklichen, alltäglichen und außergewöhnlichen, deutschen, italienischen, französischen und – siehe da – auch madagassischen Neuigkeiten (die teilweise auch schon ein bisschen Älterigkeiten sind).

Regenzeit

Regen-Bogen-Zeit

Und da ein richtiger Small-Talk mit dem Big-Topic „Wetter“ anfängt, hier gleichmal die seit Wochen gleiche und wohl noch wochenlang gleich bleibende Wetterlage aus Fianarantsoa: Rechtzeitig zur Advents- und Weihnachtszeit ist es hier so richtig kuschelig geworden. Wir erreichen konstant unsere 25-30 Grad tagsüber, meistens mit mehr oder weniger verdiesigtem oder verwindetem Sonnenschein, der dann regel- und regenmäßig in Blitz und Donner übergeht, oft von Starkregen begleitet, der die Baustelle um uns herum in einen tückischen, üblen Pfützentümpel verwandelt, gleichzeitig aber auch das frisch angelegte Gärtchen um unser Häuschen herum wachsen, sprießen und gedeihen lässt (dazu unten mehr... ich schwelge gerade im deutschen Wortschatz und möchte da nicht unterbrochen werden...). Da wir auf einer Bergkuppe angesiedelt sind, haben wir zwar den Überblick über die potentiellen Bodentruppen und die Kriegsschiffe auf den Pfützen, die uns in Gefahr bringen könnten, sind aber auch den Feinden von oben, v.a. den zeusigen Donnerblitzen, so ziemlich hilflos ausgeliefert, nicht zuletzt, weil die chinesischen Blitzableiter wohl auch aus Plastik sind und genauso viel taugen wie der Rest der Produkte marginaler Qualität aus dem Reich der Mitte. Das hatte zur Folge, dass bei uns die Warmwasseraufbereitungssolaranlage (ja, die deutsche Sprache ist schon toll!!!) mit einer leichten Verwundung das Schlachtfeld verlassen musste, während das Internet-Modem bei Vozama einen heldenhaften Tod durch Verschmoren starb.
Der erste Regen nach der
Trockenzeit wird gefeiert.
Dafür kommen wir dann abends in den Genuss, von der Veranda aus wundervolle Blitze und Wetterleuchten durch den kriegerischen Himmel zucken zu sehen, und einmal im Bett, können wir den moskitonetzigen Himmel über unseren Köpfen bettdeckenfrei bestaunen, da auch nachts das Quecksilber selten unter die 20-Grad-Marke sinkt.
Kurz und gut, nach dem langen, kalten Winter in Deutschland, der von dem langen, frischen Hochland-Winter nach unserer Ankunft hier in Fianarantsoa abgelöst wurde, sind wir überglücklich, endlich wieder ein bisschen Wärme, Sonne und Eierkuchen abzukriegen!



Essen
Noemi bestaunt ihre
Kokostorte zu ihrem
zweiten Geburtstag.
Dieser madagassische Sommer hat dabei noch einen anderen großen Pluspunkt: Es ist die Zeit des Wachstums, der Reife und damit des kulinarischen Schwelgens. Konkret heißt das momentan, dass wir an Litschitis und Mangokokken leiden, zwei Formen extremer Abhängigkeit, die durch die Allgegenwärtigkeit der Produkte und ihre Spottpreisigkeit noch begünstigt werden. 2 ½ kg Litschis sind da an einem Abend schon mal verputzbar, vor allem, wenn sie nicht mehr als 20 Ct / kg kosten (Mangos liegen bei 30 Ct / kg; für uns Obstsüchtige ist das dasselbe, wie wenn ein Raucher die Packung Zigaretten für 50 Ct kriegen würde). Dazu kommen in Hülle und Fülle Papayas, Kokosnüsse, Bananen, Bananen, Bananen, Passionsfrüchte, Corossol, Bananen, Coeurs de boeuf, Kochbananen, kleine Bananen, rote Bananen, bananige Banenen... dazu (ohne politisch werden zu wollen) im grünen und roten Bereich Kohl, Zucchini, Tomaten, Salate, Zwiebeln, Karotten, Spinat, Paprika, Maniokblätter, viele andere uns nicht bekannte, aber gut schmeckende Grünigkeiten, und und und.
Manchmal könnte man sich auf dem Markt wie in der Frische-Abteilung des Weil der Städter E-Centers glauben, mit dem Unterschied, dass die Produkte hier nicht nur nichts kosten, sondern auch noch richtig gut schmecken! (Naja gut, was Hygiene und Sauberkeit betrifft, kriegt das E-Center einen Punkt; damit steht es aber immer noch 2:1 für den Markt hier...)
Die Beilage zu all dem ist hingegen etwas weniger abwechslungsreich: Für den normalen Madagassen ist sie morgens, mittags und abends klein, weiß und reisig. Die Allgegenwart der Reisfelder hat ihre Auswirkungen auf die Omnipräsenz von Reis auf den Tellern. Das ist aber letztlich nur Gewöhnungssache und außerdem sind wir dann ja doch (noch?) keine normalen Madagassen, sodass wir da auch mal Pasta oder Kartoffeln auf unseren Tellern vorfinden, wenn wir uns überreist fühlen.
Was die Proteine betrifft, so hätten wir auch da alle Möglichkeiten, angesichts eines Preises von 2 bis max. 3 Euro pro kg Rindfleisch, Schweinereien allüberall, überfahrenen Hühnern, mit Moskitonetzen gefangenen Fischen... ; wir bleiben da aber bisher unseren Gewohnheiten treu und üben uns in Zurückhaltung, auch wenn wir ab und zu mal etwas Neues probieren, was Noemi toll findet und Sarah zum Heulen:

I'M LOVIN' IT!
Schrecken-
Knusperer.
Um genau zu sein, auch Sarah hatte ihre erste Heuschrecke mit Wohlgefallen geknabbert, als sie dann aber die zweite genauer anschaute und sich Auge in Auge mit einem knusprig gebratenen Heuschreckengesicht befand, änderte sich ihre Meinung schlagartig.




Knusper-Schrecken.













 Weihnachten
Was den kulinarischen Aspekt von Advent und Weihnachten betrifft, so haben wir natürlich Glück, in dem Land zu leben, in dem Vanille, Zimt und Pfeffer in Hülle und Fülle wachsen, sodass Vanillekipferln, Zimtsterne und Pfeffernüsse besser als jemals gelingen sollten; andererseits fehlen uns aber auch wesentliche Zutaten wie Mandeln oder Haselnüsse, sodass wir zwar viel Vanille, aber wenig Kipferln, Zimt ohne Sterne und Pfeffer ohne Nüsse backen. Das Resultat ist aber doch ganz ansehnlich und gutschmecklich und wir kriegen so etwas Weihnachtsstimmung ins Haus, auch wenn draußen die 30 Grad-Marke immer häufiger überschritten wird.
Dazu kommt, dass wir auch ein madagassisches Adventsgesteck gemacht (Baumrinde, Pinienzapfen, Moos) und Wichtel aus Buntpapier sowie Schneemänner aus Klopapierrollen gebastelt haben – was insgesamt eine nicht wirklich einheitliche, aber jedenfalls lustige und bunte Mischung von Weihnachtsstimmungsmachern macht und uns erlaubt, auf chinesische Kitschkugeln und Flitterflunker zu verzichten.

Unser Adventsgesteck mit seinen
beiden Leibwächtern.
Welcher ist wohl von Sarah?
 Unser Häuschen


Ausstellungsort für unsere Kunstwerke ist unser Häuschen, das inzwischen gänzlich fertig gestellt und mit einem hübschen, im Wachsen begriffenen Gärtchen drumrum versehen wurde. Vozama hat ein typisches Hochland-Haus gebaut, aus terrakotta-braunen Lehmziegeln, mit Holzveranda und Säulenarchitektur; von innen haben wir dank der fleißigen Arbeit eines französischen Ingenieurs allerdings eher europäischen statt madagassischen Standard: Kabel, die in den Mauern verlaufen und nicht kreuz und quer an den Wänden, echte Fenster aus Glas, die zwar sehr frei-luft-zügig sind, aber insgesamt doch ihre Funktion erfüllen; Internetanschluss (an das Modem von Vozama nebenan); eine Solar-Warmwasseranlage auf einem roten Metalldach, dass bei Regen zwar mächtig an Buschtrommeln denken lässt und dessen Löcher die eine oder andere Pfütze im Schlafzimmer bescheren, das uns aber ansonsten auch in der Regenzeit bisher gut vor Wind und Wetter geschützt hat. Dazu kommt für die Wintermonate ein Kamin, der zwar nicht das Haus erwärmt (dazu sind die 2-4 Zentimeter großen Schlitze unter den Türen oder an den Fenstern doch zu durchlässig), aber doch unsere Füße und unsere Herzen.
Selbstgemachte Papier-
Blumenwiese.
Wir fühlen uns hier also insgesamt sehr wohl, die Größe ist genau richtig (EG: 1 kleine Küche, 1 Wohnzimmer, 1 Badezimmer, 1 Abstellraum; OG: 1 Schlafzimmer, 1 Spielzimmer, 1 Kinderschlafzimmer, 1 Badezimmer; insgesamt so um die 90 m², denke ich) und mit dem Verschwinden der Baustelle und dem konstanten Wachstum des Gartens (unglaublich, wie das Grünzeug wächst, wenn es wie jetzt bei 25-30 Grad jeden Tag 1-2 Stunden regnet) wird es so richtig wohnlich um uns herum.
Party im Kinder-
Zimmer.
Etwas schade dabei ist, dass Vozama, um ein Zeichen der Transparenz und Offenheit zu setzen, noch bevor das Haus geplant war, das Gitter zur nahen Straße hin eben als Gitter und nicht als Mäuerchen geplant hat; das führt momentan dazu, dass wir als Fremde - „vazaha“ - und Weiße auf dem Präsentierteller der Neu-Gier der unzähligen vorbeilaufenden Menschen ausgesetzt sind, insbesondere der fast tausend Schüler des sich neben uns befindenden Collège, für manche von denen es das Highlight des Tages sein muss, einen Blick auf uns, die Kinder oder in unser Haus zu erhaschen; das wird durch die neue Bushaltestelle genau gegenüber auch nicht besser, wo sich nun täglich die wartenden Menschen die Wartezeit damit vertreiben, „cinema vazaha“ zu schauen, wie wir es nennen. Inzwischen haben wir allerdings auch provisorische Bambusmatten montiert und eine Bougainvillea gepflanzt, die dann, wenn wir nicht mehr da sind, einen guten Sichtschutz geben sollte...


 Katzen

Mit uns im Haus leben übrigens auch zwei Katzen (Balou und Milka; Balou ersetzt die verschwundene und inzwischen wohl auf dem Markt oder in einer Pfanne gelandete Heidi), die wir den Kindern in Deutschland schon versprochen hatten und die, auch wenn Patrick Katzen gar nicht mag, uns doch von Kakerlaken und sonstigen Kriech- und Schleichtieren befreien (gerade hat Balou einen Frosch unter meinem Stuhl verzehrt...). Dass es echt madagassische Katzen sind, zeigt sich an ihrer Ruhe und Geduld, vor allem wenn Noemi und Sarah sie permanent herumtragen (mit Noemis mörderischem Halswürgegriff) und Sarah ihnen das Laufen auf zwei Pfoten beibringen will oder sie als Kopfkissen oder Umhängepelz verwendet. Bis auf ein paar Kratzzeichen und Blutspuren sind die Kinder aber bisher heil davongekommen und es scheint so, als ob sich die Katzen – gut madagassisch – in ihr Schicksal finden würden.









Sarah in der Schule
Gut, ja sehr gut in ihr Schicksal findet sich auch Sarah, die inzwischen freudig und hochmotiviert in den französischen Kindergarten hier geht, der zwar durch seine Disziplin und die Strukturiertheit des Lernens eher einer frühen Grundschule ähnelt (was will man von einer „école maternelle“ auch anderes erwarten), in dem Sarah dafür aber umso mehr lernt und gleichzeitig viele viele bunte FreundInnen gefunden hat: Madagassen, Malgacho-Französinnen, Franko-Australier, Chinesinnen, echte Französinnen, falsche Französinnen, solche, die es waren, und solche, die es immer schon werden wollten... Und das Ganze auf Französisch, einer Sprache, die sie ja erst hier gelernt hat, und in der sie inzwischen genauso geschwätzig ist wie in Deutsch oder Italienisch (wir werden später ein Auge auf die Telefonkosten haben müssen!).
In der Tat trennt sie sauber zwischen Italienisch mit Daniela, Deutsch mit mir und Französisch mit Noemi (!); auch ein bisschen Madagassisch ist manchmal dabei, etwa mit dem Gärtner, den Bauarbeitern oder unserer Haushaltshilfen-Tagesmutter, aber das hält sich dann doch noch in Grenzen.
Die Tagesmutter haben wir für Noemi, die sich auch sofort an sie gewöhnt hat und problemlos längere Zeit mit ihr alleine zu Hause bleibt. Welche Sprache Noemi sprechen wird, bleibt das große Rätsel. Momentan deutet aber alles darauf hin, dass sie Sarah in der Sprachbeherrschung und in der Quantität ihrer Wortausschüttung pro Sekunde in nichts nachsteht!
Sarah während einer Tanzaufführung ihrer Kindergartenklasse.

Sprache
Damit zu einem letzten Punkt für heute, der Sprache. Während die Kinder ja tatsächlich kinderleicht die neuen Sprachen lernen, mit denen sie hier konfrontiert sind, geht das bei uns Erwachsenen etwas langsamer. Patrick besucht zwar immer noch zweimal pro Woche Sprachkurse in Madagassisch und die Grammatik fängt langsam an, sinnhafte Gestalten in seinem Gehirn anzunehmen, das flüssige Sprechen und das flüssige Verstehen des flüssigen Sprechens hinken da aber noch ein bisschen hinterher. Problem ist für uns vor allem, dass
  1. alles gleich klingt, insbesondere weil man außer „a“ kaum andere Vokale hört,
  2. die wenigen hilfreichen Phoneme, die ein Verständnis erleichtern könnten, beim Sprechen verschluckt werden,
  3. die Sprache sehr viele Homonyme und Polyseme enthält,
  4. es noch viele andere Seltsamkeiten, Besonderheiten, Hürden und Fallen gibt und
  5. die Sprache überhaupt irgendwie anders ist.
    Das ließe sich jetzt linguistisch zwar noch genauer erklären, ich erspare euch das aber für heute einmal und begnüge mich mit einem kleinen Beispielsatz:
Amin’izay samy miara-mihosona daholo fa nahoana no izy ihany no anaovana fandroahana hoatran’ny olona tsy misy vidiny tahaka an’izao ?

Mit diesen (ich gebe es zu, ohne Sinn und Hintergedanken aus dem Internet kopierten) Worten grüßen wir euch alle herzlichst aus dem sommerlichen Fianarantsoa und wünschen euch ein gemütliches, besinnliches und bereicherndes Weihnachtsfest! Wir würden uns riesig freuen, mit dem einen oder der anderen während der Ferien über Skype plaudern zu können!

Veloma, amin'ny manaraka indray!












Mittwoch, 5. September 2012

Die Arbeit



So, da sind wir mal wieder.
Die längere Blog-Pause, die inzwischen einige bemängelt haben, spricht ja eigentlich schon für sich: Wir haben uns nicht nur in unserem Alltagsleben hier ganz gut eingewöhnt, sondern auch die Arbeit wurde zunehmend intensiver und zeitaufwändiger und ließ weniger Muße für Blogeinträge. 
Das nehme ich zum Anlass, heute etwas genauer zu beschreiben, was genau wir hier so als „Entwicklungshelfer“ treiben, wie das im Alltag aussieht und wie wir uns dabei fühlen. Etwas "trockenere" Kost vielleicht, aber letztlich auch das Grundnahrungsmittel unseres Aufenthalts hier...

Die Aufgabe
Ich fange vielleicht lieber noch einmal kurz bei Adam und Eva an, damit auch diejenigen, die durch das Babel-Turm-Chaos etwas verwirrt sind, guten Mutes in den knackigen Apfel der Erkenntnis und des Verstehens beißen können.

Wir arbeiten hier in Fianarantsoa für ein von Misereor finanziertes Alphabetisierungsprogramm, das in zwei großen Regionen (Fianarantsoa und Ambositra, ca. 150 km nördlich von hier) ca. 750 Dorfschulen in entlegenen Gebieten betreut, in denen ca. 11 000 Schüler zwischen 5 und etwa 10 Jahren eingeschult sind. Das Programm schließt eine Lücke, die sich durch die schlechte Infrastruktur staatlicher Schulen aufgetan hat, und führt so auch Kinder aus extrem armen und abgelegenen Gebieten an eine Schullaufbahn heran (Genaueres findet man unter den Links, die ich im allerersten Post angegeben habe).
Dieses Projekt wird bisher von einem charismatischen und sehr engagierten Ordensbruder aus dem Elsass geleitet, der mit viel Herz und genauso viel Verstand das gute Funktionieren des Projekts garantiert. Nun hat er aber ein gewisses Alter erreicht, das dazu verpflichtet, an die langfristige Zukunft des Projekts zu denken; gleichzeitig gehört es zu einer der Grundüberzeugungen von Misereor, dass alles, was von Einheimischen selbst gemacht werden kann, auch von ihnen gemacht werden sollte, sprich: dass in absehbarer Zeit die Leitung des Projekts in madagassische Hände übergehen soll.
Um diese Zukunftsplanung und diese Übergangsphase zu begleiten, wurde eine Stelle ausgeschrieben, die ich nun besetze. Hauptziel meiner Arbeit ist also, gemeinsam mit Frère Claude, dem Ordensbruder, die Zukunft des Projekts zu planen und die notwendigen Schritte dafür einzuleiten.

Anmerkung 1: Für viele hier ist diese Mission eine „mission impossible“, und zwar nicht nur für die Franzosen in Europa und in Madagaskar, die mit dem Projekt zu tun haben, sondern auch für so manchen Einheimischen: Es herrscht die Grundüberzeugung vor, dass eine vertrauenswürdige und zuverlässige Projektleitung, insbesondere im finanziellen Bereich, nur von Weißen geleistet werden könne und eine madagassische Zukunft des Projekts unvermeidlich zu seinem Untergang führen müsse. Viele der dabei vorgebrachten Einwände und Zweifel sind, meiner Meinung und Erfahrung nach, sehr gut nachvollziehbar; ich glaube aber nicht, dass sie dazu berechtigen, den Versuch erst gar nicht zu wagen. Wesentlich für mich ist dabei die schon angesprochene Grundüberzeugung, dass Entwicklung nur dann wirklich geschehen kann und nachhaltig wirksam ist, wenn sie die betroffenen Menschen vor Ort dazu befähigt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und dafür Verantwortung zu tragen. Was von außen gesteuerte und mit viel Geldmitteln aufgepumpte 'Entwicklungshilfe' bewirkt, zeigt der zweifelhafte 'Erfolg' vieler Projekte der Entwicklungshilfe der letzten Jahrzehnte.
Wir sehen uns also tatsächlich als „Entwicklungszusammenarbeiter“, deren Ziel es ist, sich selbst überflüssig zu machen, weil sie Kompetenzen, Wissen und Verantwortung den Menschen vor Ort übertragen wollen.

Anmerkung 2: So sehr wir grundsätzlich von diesem Vorgehen auch überzeugt sind, es bringt doch auch einen Aspekt mit sich, der uns noch etwas zu schaffen macht: Dadurch, dass wir v.a. mit den Menschen auf der Ebene der Verwaltung und des 'Managements' zu tun haben, kommt der direkte Kontakt mit den unmittelbar Betroffenen kürzer, als wir das durch unsere Arbeit und unsere bisherige EZ-Erfahrung gewöhnt sind und uns wohl auch gewünscht haben. Wir werden sehen, was sich in diese Richtung noch machen lässt, momentan ist das aber eine gewisse Herausforderung für uns beide.

Im Detail...
… bedeutet diese Aufgabe eine sehr vielschichtige und abwechslungsreiche Arbeit.
Die übergreifende und alles andere begleitende Hauptaufgabe besteht in der Beratung und Begleitung des momentanen Direktors sowie seines designierten Nachfolgers (wobei es zunächst einmal darum gehen wird, diesen überhaupt zu finden). Diese Arbeit eines Beraters ist sehr spannend und manchmal etwas knifflig, wenn es darum geht, divergierende Interessen in Einklang zu bringen und Kompromisse zu finden, unangenehme Themen anzugehen oder auch nur zu versuchen, Klarheit in Probleme und in mit ihnen verbundene Intentionen und Gefühle von beteiligten Akteuren zu bringen.

Es handelt sich dabei um eine Rolle, die sowohl eine große Nähe und Verbundenheit mit den Beteiligten verlangt, gleichzeitig aber auch eine gewisse Distanz und einen Blick von außen erfordert, der eine vollkommene Identifikation oder ein völliges Aufgehen in der Alltagsarbeit der Organisation verbietet. Damit befinde ich mich immer wieder in einer Zwischenstellung zwischen Nähe und Distanz, die durchaus vorteilhaft sein kann, manchmal aber auch gar nicht einfach auszuhalten ist. Dennoch macht mir diese Rolle bzw. Arbeit sehr viel Spaß, gerade weil es nicht nur um das emotionslose, technische Planen von Organisationsentwicklung geht, sondern auch sehr viele menschliche und zwischenmenschliche Aspekte beinhaltet sind, die das Ganze lebendig und spannend machen.

Neben dieser Hauptaufgabe steht vor allem die sehr enge Zusammenarbeit mit den Angestellten von VOZAMA, sowohl hier in Fianarantsoa als auch mit der Mannschaft in Ambositra, was regelmäßige Reisen dorthin einschließt. Es geht dabei zunächst einmal um Bewusstseinsarbeit, das Schaffen von Verständnis für Strukturen und Strategien, dann aber auch um die Einführung von mehr Partizipation in der Leitung und Durchführung des Projekts sowie um zunehmende Übertragung der Verantwortung auf die Angestellten.
Dies schließt eine Neu- bzw. Umstrukturierung der bestehenden Projekt-Organisation ein, mit dem Ziel, eine mehr gremienbasierte und partizipativere Organisation auf die Beine zu stellen, eine Arbeit, die natürlich in sehr engem Kontakt mit dem Leiter, Frère Claude, geschieht.
Schließlich geht es auch um die Planung, Organisation und teilweise auch Durchführung von spezifischen Fortbildungen in verschiedenen Bereichen, so v.a. in Bezug auf die Kommunikation mit den europäischen Geldgebern – was die Verbesserung der Französisch-Kenntnisse beinhaltet – , in Umgang mit modernen Medien, in Planung und Evaluation, interner Kommunikation usw.

Auf einer etwas anderen Ebene siedelt sich die Aufgabe an, den legalen Status der NGO Vozama zu überprüfen und in Ordnung zu bringen, was u.a. das Ins-Leben-Rufen eines Verwaltungsrats und die Neufassung der Statuten und des internen Reglements beinhaltet. Hier ist recht viel Kontakt mit Bischof und Diözese, mit Ministerien und Behörden und mit anderen größeren NGOs angesagt. Momentan befinde ich mich hier aber noch im Stadium des Auslotens und Verstehens, bevor es dann wohl in den nächsten Monaten konkreter wird.

Schließlich gehört zu meiner Arbeit auch noch die Beratung und Begleitung der pädagogischen Mitarbeiter und, gegebenenfalls, die Anpassung der pädagogischen Konzepte. Auf dieser Ebene ist bisher noch nicht sehr viel geschehen, dies v.a. deswegen, weil hierfür eine genauere Kenntnis der pädagogischen Praxis von VOZAMA und ein längeres Hospitieren in den Dorfschulen und bei den Lehrerfortbildungen nötig ist; andererseits ist das, wie sich die meisten vorstellen können, aber auch ein Aspekt, der mich besonders interessiert und reizt.

Soweit erst einmal ein kurzer Überblick über die Aufgaben und Tätigkeiten, mit denen ich hier im Alltag zu tun habe, damit meine Arbeit hier für euch nicht allzu abstrakt bleibt.

Was Daniela betrifft, so hatten wir ja von vornherein beschlossen, dass sie sich zunächst einmal darum kümmert, dass die Kinder sich in Ruhe und im Gefühl der Sicherheit einleben können und wir dann, wenn dies erreicht ist, uns nach einer Betätigung für sie umsehen. Da Sarah und Noemi sich ja inzwischen sehr gut eingewöhnt haben und Daniela sich gewisse Freiräume schaffen kann, sind wir momentan dabei, nach einer ansprechenden und sinnvollen Tätigkeit für sie zu suchen. Am günstigsten wäre ebenfalls ein Engagement bei VOZAMA, weil dies zwar keine finanziellen, dafür aber versicherungs- und vertragstechnische Vorteile mit sich brächte. Hier bieten sich auch durchaus Möglichkeiten, v.a. im Gesundheitsbereich des Projekts, der sich um Notfälle und schwere Erkrankungen von Schülern sowie um Gesundheitserziehung und Sensibilisierung bei den Eltern kümmert. Das ist momentan der heißeste Pfad, er ist aber jetzt noch genauer auszuloten.
Ansonsten wäre es sicherlich auch möglich, dass Daniela in Krankenstationen mitarbeitet oder sich einem anderen Projekt anschließt, in diese Richtung werden wir aber erst suchen, wenn sich eine Mitarbeit bei VOZAMA als nicht sinnvoll erweist.

So, das war mal eine Information darüber, dass wir hier nicht (nur) Urlaub machen, Lemuren fotografieren und Chamäleons jagen, sondern tatsächlich auch - so hoffen wir zumindest - etwas Sinnvolles für die Menschen hier tun.
Im nächsten Eintrag geht es dann wieder mehr um unser 'außerarbeitliches' Alltagsleben... ach ja, und vielleicht auch um ein paar Lemuren und Chamäleons und unseren erste Urlaub...


Donnerstag, 21. Juni 2012


Fianarantsoa – Gesichter einer Stadt

Fianarantsoa (Unterstadt)
So, inzwischen sind wir ja schon einige Wochen in Fianarantsoa, unserer vorläufigen neuen Heimat, wo wir, wenn alles läuft wie geplant, länger bleiben werden als in jeder Wohnung, die wir seit zehn Jahren hatten.

Die Stadt selber ist ein eigentlich gemütliches, im Vergleich mit Tana ruhiges Provinzstädtchen, das sich nicht nur räumlich ziemlich in die Länge zieht, sondern in dem sich auch alle Tätigkeiten in unerwartete zeitliche Dimensionen dehnen können:

Fianarantsoa (Ober- und Altstadt)
Sei es, dass man im Taxi-Bus von der „ville basse“ in die „ville haute“ fährt, dabei zuerst 15 Minuten im Taxi sitzt, bis es so voll ist, dass man sich nur noch in der Vertikalen bewegen kann (z.B. bei der ungebremsten Fahrt über knietiefe Schlaglöcher in einem Auto ohne Stoßdämpfer), und dann an jeder eigentlich nicht existenten Haltestelle wartet, bis fast alle ausgestiegen sind, sodass die Dame links vorne, die noch einen Sitzplatz ergattern konnte, aussteigen kann, bevor sich alle und noch zwei mehr ins Taxi drängen;
sei es, dass man bei einer Behörde ein Dokument beantragen muss, dort erst eine halbe Stunde auf den Beamten wartet, der aber, wenn er dann mal da ist, kurz, bevor man an der Reihe ist, aufspringt, um den gerade eintretenden Cousin der Freundin des Sohnes einer Geliebten des Bürgermeisters überschwänglich zu begrüßen und für eine weitere halbe Stunde mit ihm zu verschwinden;
sei es, dass man beim Einkaufen auf dem eben nicht supermarktmäßig sortierten Markt erst die Früchte und das Gemüse sucht, das einen an- und einem nicht die Schuhe auszieht, dann über den Preis verhandelt, und, falls man sich einigen kann, darauf wartet, bis die Verkäuferin sich bei einem der Nachbarverkäufer eine Plastiktüte geliehen hat, bevor sie merkt, dass sie auf den vom reichen Weißen hingestreckten 5000 Ariary-Schein (nicht ganz 2 Euro) kein Wechselgeld hat, und sich wieder auf die Suche nach einem Wechsler macht, um mit nicht mehr entzifferbaren, speckigen, nach Fleisch, Fisch, Kartoffeln, Schweiß, Erde und Arbeit riechenden zusammengeknüllten Papierfetzen zurückzukommen, die einmal Geldscheine waren und gegen den natürlichen Widerstand unserer Geldbeutel kämpfen müssen, um dort Einlass zu finden. Darauf folgt dann in der Regel ein kurzes Gespräch über unsere beiden kleinen, blonden, weiß- und weichhäutigen Attraktionen, die wir erst aus einem Knäuel von kleinen, schwarzhaarigen und schwarzhäutigen Belagerern befreien müssen, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollen...

Seiesseiesseies...

Um es kurz zu machen und die gerade gemachten Überspitzungen etwas abzustumpfen: Das Leben hier ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber in kaum einer Weise negativ. Im Gegenteil: Wir fühlen uns hier grundsätzlich durchaus wohl und gewöhnen uns immer mehr an das andersartige Leben, das tatsächlich sehr viele unterschiedliche Gesichter hat, von denen hier noch lose durcheinandergewürfelt ein paar erwähnt seien:

  • Neben dem eben erwähnten Markt auf der einen Seite gibt es auch die (wenn auch etwas spärlich gesäten) Geschäfte für diejenigen, für die 5.000 Ariary eben nicht der Verdienst eines ganzen Tages sind, sondern Peanuts, die sie sich damit auch kaufen. Wir selber bemühen uns, dort nur diejenigen Besorgungen zu machen, die zur Aufrechterhaltung der Standards vonnöten sind, die wir hier, v.a. für die Kinder, nicht aufgeben wollen (Windeln, Mückenvertreibestinkeplättchen (oder wie das Zeug sonst heißt), Klopapier, das nicht ganz so durchsichtig ist wie unsere Fensterscheiben, ab und zu mal eine Packung guter Kekse (noch haben wir keinen eigenen Ofen) usw.). Tatsächlich findet man hier – wieder entgegen unserer Erfahrungen im Zentrum des Endes der Welt – grundsätzlich fast alles, sodass sich keiner Sorgen machen muss, dass wir hier Hunger, Not und Elend leiden.
  • Neben der erwähnten „ville basse“, in der das kommerzielle Herz der Stadt schlägt, gibt es auch die „ville haute“, die Altstadt, deren Herz, ihrem deutschen Namen gemäß, in deutlich gemäßigterem Tempo stolpert. Es handelt sich da um eine idyllische Ansammlung von älteren Häusern auf einem Hügelgipfel, die von einer schönen alten Pflastersteintreppe als Hauptader durchzogen wird, auf der man bis zum alten Königinnenpalast, dem „Rova“, emporsteigen kann, von wo man eine wunderbare Aussicht über Fianar und die bergige Umgebung hat, eine Aussicht, die wir bei unseren ersten Besuch allerdings kaum in Ruhe genießen können, weil eine Horde (erstaunlich gut – der Don Bosco-Schule sei Dank) Italienisch sprechender ärmlichster Kinder uns belagert und uns anbettelt, selbstgemachte Postkarten zu kaufen, damit sie nicht betteln müssen... Auf unser erstes Vertrösten hin, beim nächsten Mal vielleicht etwas zu kaufen, schaut uns Luca ernst in die Augen und sagt im Brustton tiefer Überzeugung: „La prossima volta, saremo già morti.“ Seine Prophezeiung trat übrigens nicht ein, wir kennen uns inzwischen gegenseitig und haben ein fast freundschaftliches Verhältnis aufgebaut.
  • Neben den erwähnten „Manan-karena“ (wörtlich: diejenigen, die Reichtum haben), die auch jede Gelegenheit nutzen, um anderen zu zeigen, dass sie was haben, was andere nicht haben (dicke Autos, dicke Bäuche, dicke Uhren, schicke Anzüge, französische Kurzhaarfrisuren (bei den Frauen)...), gibt es, deutlich zahlreicher, auch diejenigen, die nicht nur keinen Reichtum haben, sondern so gut wie weniger als kaum etwas, und die, ohne es zu wollen, zeigen, dass sie nichts von dem haben, was andere haben. Dazu gehören die (durch Padre Pedro in Tana wohl berühmt gewordenen) Frauen und Kinder, die auf den öffentlichen Mülldeponien nach Essensresten suchen ebenso wie „unser“ Clochard, der an der Ecke auf dem Weg zu VOZAMA neben einem Müllcontainer auf dem Gehweg zu Hause ist und jeden Tag einen anderen Film dreht: Heute spricht er wie ein Radioreporter in ein gebogenes Drahtseil, gestern hielt er eine feierliche Rede, morgen sitzt er mit stierem Blick auf dem Boden und starrt ins Leere.
  • Menschen, die sich über Wasser halten.
    Daneben müssen aber auch all diejenigen, deutlich weniger ins Auge Fallenden erwähnt werden, die unserem Eindruck nach den Großteil der Bevölkerung ausmachen; diejenigen, die so gerade genug zum Leben haben und sich mit Straßenverkäufen, Frisör-„Salons“ (die auch Mittagessen, Telefonkarten oder Obst verkaufen), „Copyshops“, Fahrradreparaturen oder sonstigen Arbeiten über Wasser halten. Wir haben die meisten Menschen hier als immer freundliche, zuvorkommende und hilfsbereite Personen erlebt, die – wieder einmal im Gegensatz zu Ihr-wisst-schon – eher zurückhaltend und still sind. Gelassenheit? Fatalismus? Resignation? Der hohe Alkoholkonsum (1,80 Euro die Flasche einheimischer Rum) an Wochenenden und Feiertagen lässt eher auf Letzteres schließen.
  • Einen Gegensatz dazu bieten wohl die Sonntage, an denen sich das Erscheinungsbild dieser Menschen komplett ändert (zumindest vormittags, wo sich der Alkoholkonsum noch in Grenzen hält): Sind sie im Alltag barfuß oder in abgewetzten Flip-Flops unterwegs, mit löchrigen Hosen oder schmutzigen T-Shirts, so vollziehen sie an den Sonn- und Feiertagen eine schmetterlingsraupenhafte Verwandlung: glänzende Schuhe, die Männer mit Hemd und Anzugshose, die Frauen und Mädchen in rosarote, knalllila oder hochzeitsweiße Kleider gepackt, die sie in Barbies, Erdbeer-Bonbons oder Brautjungfern verwandeln. Mag man über den Geschmack auch streiten, es ist nicht abzustreiten, dass es ihnen ein großes Anliegen ist, sich würdig und schön zu zeigen. Wir kommen uns demgegenüber sonntags etwas schäbig vor, haben wir doch gerade die etwas schickeren Sachen (soweit wir welche hatten) zu Hause gelassen und fallen in unserem Alltags-Look aus dem feiertäglichen Rahmen.
  • Nicht wegzudenken aus der Stadt sind die „Chariots“, kleine Holzwägen, die zum Transportieren von Waren dienen, oder, auf dem langen Nach-Hause-Weg, als Schlafstätte für den kleinen Bruder oder die kleine Schwester, die mit auf den Markt gekommen sind. Die Chariots sind selbstgemachte, aus Holzbrettern zusammengeflickte Wägen mit schiefen Rädern, die ein bisschen an die Einkaufswägen für schwere Lasten in unseren Baumärkten denken lassen, die aber mit Bremse und Lenkung ausgestattet sind, was es den Fahrern erlaubt, wenn es bergab geht, volles Risiko zu gehen und ohne Rücksicht auf Verluste (ihrer Gesundheit, der von Passanten, oder der Räder ihrer Fahrzeuge) die Abfahrten wortwörtlich „herunterzubrettern“. Bergauf geht es da meistens schwerer, v.a. wenn die Chariots mit Ziegeln, Zement, Holzkohle, geschätzten 100 kg Mandarinen oder tonnenweise Reis beladen sind; dann helfen nicht nur zwei oder vier weitere Arme beim Schieben, sondern auch die dazugehörigen Köpfe, was ein vorausschauendes, sicheres Fahren im ohnehin chaotischen Verkehr nicht einfacher macht.



Dies sind nur wieder ein paar Momentaufnahmen, die ein paar erste Eindrücke der Stadt widerspiegeln sollen. Ich könnte stundenlang so weitermachen, merke aber, dass ich eigentlich vom Thema, das viele von euch wohl noch mehr interessiert, abkomme, bzw. gar nicht erst hinkomme: Wie und wo wir hier wohnen, was und wie wir hier essen sowie wann und wie und was und wo wir hier arbeiten. Der nächste Post ist dafür reserviert.

P.S.: Ich war in der letzten Zeit etwas Foto-faul. Die Bilder hier haben daher nur wenig mit dem Text zu tun. Ich gebe mir aber mühe, da bald etwas nachzureichen.
Unser "erstes" Chamäleon.

Sonntag, 20. Mai 2012

Unterwegs



Vorbemerkung
Bevor ich hier loslege, unsere ersten Eindrücke auszudrücken, sei zuerst eine Vorbemerkung vorbemerkt: In diesen ersten zwei Wochen in Madagaskar sind so viele verschiedene und meist faszinierende Bilder, Gerüche, Geräusche und Geschmäcke auf uns ein- und in uns hineingeprasselt, dass es absolut unmöglich ist, sie in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Wie Stücke eines frisch ausgepackten Puzzles liegen sie noch in unserem Inneren kreuz und quer herum und lassen sich nicht zu einem einheitlichen Bild zusammenfügen. Ich werde mich bemühen, einzelne Teile wenigstens zu kleinen Bildausschnitten zusammenzufügen, um euch ein paar Einblicke in unsere Erfahrungen und unser Leben hier zu vermitteln, wobei es leider der Kürze wegen unumgänglich sein wird, Dinge zu verallgemeinern und zusammenzufassen, andere auszulassen oder nur nebenbei zu erwähnen. Ihr bekommt so einen Eindruck von unserem, durch unsere Wahrnehmung und Auswahl gefilterten Madagaskar (das Fruchtsaftkonzentrat sozusagen), aber sicherlich nicht von Madagaskar im Allgemeinen... 

Prolog


Heute (Montag, 14.5.2012) Morgen steige ich um 7.45 Uhr mit Jean-Yves, einem französischen Freiwilligen, in einen knatschgrellgrünen KARENJY ein, ein in Madagaskar zusammengeflicktes Auto mit Renault-Motor, das ein bisschen an einen überfahrenen Frosch denken lässt (die Geschichte von KARENJY ist recht interessant und kann problemlos gegoogelt werden; es ist eines von vielen Beispielen, die zeigen, welche Möglichkeiten in dem Land stecken und nicht voll ausgeschöpft werden). Es ist – abgesehen von seinem Design – ein Auto, wie ich es mir oft erträumt habe: keine Elektronik, kein Schnickschnack, nichts Überflüssiges, nichts Unnötiges und auch manches Nötige fehlt; ein Lenkrad, Blinker, Gaspedal, Bremse, Kupplung – was will man mehr? Wichtig ist: es fährt. Und das auf Strecken, wo ein Audi, BMW oder Mercedes kategorisch gestreikt und sich geweigert hätten, auch nur den Gedanken an eine Fahrt zu verschwenden (von ihren Fahrern ganz zu schweigen).
Denn nach wenigen Minuten auf der asphaltierten Straße (die aber auch schon Anzeichen von Schweizer Käse aufweist, was nicht verwundert, bedenkt man, dass die Käseproduktion hier tatsächlich von Schweizer Missionaren eingeführt wurde) biegen wir auf eine „piste“ in die Berge ab, um zu einer der kleinen Dorfschulen zu gelangen, in denen das Wesentliche der Arbeit des Projekts VOZAMA geschieht: Vorschulkinder aus schwer zugänglichen Gebieten werden von meist selber kaum gebildeten, aber speziell dafür vorbereiteten Lehrerinnen unterrichtet und so weit vorbereitet, dass sie ein paar Jahre später den Anschluss an die weit entfernten öffentlichen Schulen schaffen können und ihnen damit der Bildungsweg offen steht.
Wir rumpeln also über Stock und Stein, Schutt und Asche, an Zebus und Schafen vorbei bis zu einer kleinen Häuseransammlung von ocker-/lehmfarbenen und mit Stroh bedeckten zweistöckigen Häusern. Im Erdgeschoss von einem davon wurde in einem kleinen, niedrigen Raum ein Klassenzimmer eingerichtet, das mit Tafel und Bänken ausgestattet ist.
Vor dem Fenster grunzen Schweine in ihrem Gehege, Hühner flattern auf, als wir anrasseln. Ein zahnloses Ehepaar grüßt uns freundlich von der Veranda herab.
Im Klassenzimmer selber sitzen 13 fünf- bis sechsjährige Kinder in Reih und Glied, und begrüßen uns auf Befehl der „institutrice“ im Chor mit „Bonjour Monsieur“. Danach ist es wieder mucksmäuschenstill, kein Getuschel, kein Gekichere... ich frage mich, ob ich wirklich in einer Schule bin und denke an meine ehemaligen Fünftklässler zurück. Vielleicht sollte man sie zu Beginn ihrer Schullaufbahn ein Jahr nach Madagaskar verschiffen?
Wir folgen ein bisschen dem Unterricht – es wird gerade der Buchstabe „j“ gelernt – und sehen uns die Hefte an. Die Lehrerin hat ein minutiös vorbereitetes Unterrichtsheft, dem sie folgt, und jedes Kind hat ein von ihr seitenweise beschriftetes und vorbereitetes Heft, in das geschrieben wird.
Ich bewundere die präzise, durchgeplante und streng durchgeführte Arbeit, die hier von allen Beteiligten geleistet wird, auch wenn es mir zunächst schwer fällt, diese Art von Frontal-Pädagogik zu akzeptieren.
Als wir aus dem Haus herauskommen, erwartet uns ein wunderschönes Landschaftsbild: Die Nebelschwaden, die zuvor noch an den Berghängen klebten, lösen sich langsam auf und die Sonne wirft erste wärmende Strahlen wie Scheinwerferlichter auf einzelne Punkte: hier ein ockerfarbenes Dorf an einem grünen Berghang, dort terrassenförmige Reisfelder, weiter hinten ein kleiner Fluss mit Stromschnellen, oder direkt vor uns ein perfekt geformtes Spinnennetz, das mit Tauperlen behangen ist, die im Gegenlicht blitzen.
Wir steigen in unseren Frosch und hüpfen weiter...


Die Akte des Schauspiels
Das war gestern. Aber wie kamen wir überhaupt hierhin?

Erster Akt – Antananarivo
 

Am 29.4. landeten wir mit unserem Air France Air Bus im Air Hafen von Antananarivo. Schon der erste Schritt ins Freie ließ uns verstehen, dass Vergleiche mit unseren Erfahrungen in der Zentralafrikanischen Republik unangemessen sind: Nicht die (zumindest unterbewusst) erwartete feuchtwarme Tropenluft schlug uns entgegen, sondern eine angenehme, recht frische und atembare Höhenluft; auch bei der Gepäckabfertigung und Zollkontrolle verlief alles relativ hindernisfrei: kein Durchwühlen unserer Unterwäsche, nur wenige Bitten um ein „petit cadeau“ und fast (!) alle Gepäckstücke kamen auch tatsächlich mit uns an...
Abgeholt wurden wir von Lou, einer schon seit einem Jahr im Lande lebenden belgischen AGEH-Fachkraft, die uns auch für eine Woche Unterschlupf in ihrem Heim gewährte, sich herzlichst um uns kümmerte und uns die ersten Schritte auf madagassischer Erde deutlich erleichterte. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön, es ist so wichtig, die ersten Tage in positiver Atmosphäre erleben zu können!

 
Von der Hauptstadt haben wir nur einige diffuse Eindrücke, die ich hier genauso diffus aufreihen möchte:
         Viele, viele, viele Menschen, die meistens zu Fuß an den Straßenrändern unterwegs sind. Wohin und woher? Wenn nicht gerade auf dem Kopf getragene Obst- oder Gemüsekörbe auf den Markt hindeuten, ist es für einen gestressten Arbeitsalltagseuropäer schwer, sich vorzustellen, dass es an einem Tag zur gleichen Zeit so viele verschiedene Menschen gibt, die alle die Zeit haben, zu Fuß irgendwo hinzugehen, ohne dass es den Anschein macht, dass sie ein spezielles Ziel hätten! 
         Dadurch ist es sehr eng. Nichts für an Schafhausen gewöhnte Kinder!
         Der Geruch nach Rauch, Abgasen und Staub auf den Straßen. Wir kommen jeden Tag als die neue Spezialität „geräucherter Europäer, serviert auf schmutzigen Füßen mit gratinierter Dreckschicht“ nach Hause zurück.
         Rikschas, die bunt bemalt sind und für einen Spottpreis quer durch die Stadt fahren. Menschen als Pferde?! Ungewohnt. Lebensunterhalt!
         Mitten in der Stadt Reisfelder, in denen Kühe waten, Enten schwimmen und Schweine pinkeln. Land und Stadt ganz eng beieinander.
         Überall an den Straßenrändern Händler, die alles anbieten, was man sich vorstellen und nicht vorstellen kann: Von (wunderbarem) Obst über gebrauchte Schuhe und T-Shirts mit „Wir lieben Lebensmittel“- oder „Sportverein Kleinpupslingen“-Aufdrucken bis hin zu Schmetterlings-Stempeln, zerlegten Radios und recyceltem China-Elektro-Kinder-Spielzeug (alles, aber auch alles wird recycelt und weiterverkauft!).
         Große, laute, klimatisierte Landrover mit Insassen, die auf dem Laptop im Internet surfen, die vor in zerfetzten Lumpen dasitzenden ärmlichsten Kindern herfahren, die mit stierem Blick darauf hoffen, ein paar Bananen zu verkaufen (ca. 30 Cent/Kg).
         Ein Jahrmarkt, auf dem es Karussels und Riesenrad gab, die von Hand angetrieben werden und trotzdem viel schneller als bei uns liefen.



Besondere Erwähnung verdient vielleicht mein Versuch, unsere unbegleiteten Gepäckstücke am Zoll auszulösen. Nachdem der erste Anlauf fehlgeschlagen war, weil offiziell angeordnet wurde, zwischen Sonntag und Dienstag, dem 1. Mai, eine arbeitsfreie Brücke zu bauen, durfte ich am nächsten Arbeitstag meine Initiation in die madagassische Bürokratie erleben: Ein Hin und Her von einem Büro zum nächsten, weil der „inspecteur“ seine Unterschrift erst geben kann, wenn der „responsable“ seinen Stempel auf ein Dokument gesetzt hat, das der Begutachtung seines Vorgesetzten bedarf, welcher wiederum nur dann abzeichnen kann, wenn der „inspecteur“ zuvor eine von seiner Sekretärin beglaubigte Kopie desjenigen Zettels gemacht hat, den wiederum der „responsable“ dem „directeur“ vorgelegt haben muss, welcher aber gerade seit zwei Stunden Kaffeepause macht, sodass ich ihn erwischen muss, bevor er zu Mittag isst... Auffällig war dabei, dass die Angestellten auf niedriger Ebene sehr gewissenhaft, schnell, freundlich und fleißig arbeiten; ganz im Gegensatz zu den Hochrangigen, die ihre Wichtigkeit dadurch unter Beweis stellen müssen, dass sie eigentlich keine Zeit haben; da sie aber eigentlich unendlich viel Zeit, weil nichts zu tun haben, müssen sie ihr Beschäftigtsein durch dauernde Abwesenheit zur Schau stellen. Zum Glück gibt es ein kleines Kaffee mit hübscher Bedienung direkt neben dem Zollgebäude, wo abwesende Anwesenheit nicht so auffällt.
Unser Gepäck...
Dank eines sich damit sein Brot verdienenden Helfers gelang es mir aber schließlich doch, die letzte nötige Unterschrift noch vor der Mittagspause zu ergattern, sodass ich noch durch die  Lagerhallentür schlüpfen konnte, welche schon halb geschlossen war (ganz offensichtlich nach Absprache der Angestellten mit meinem Helfer, die so ein Trinkgeld ergattern wollten, weil sie mir einen Gefallen taten, nicht schon ganz zuzumachen), um unsere Kisten um 2 Minuten vor 12 noch ins Auto verfrachten zu können.


Ein erster Crash-Kurs im Geduldhaben, Warten und Sich-abhängig-Fühlen...

Stadt und Land eng beieinander.
Inkulturation beim Wäschewaschen.

Zweiter Akt - Ambositra (Intermezzo)
Obwohl wir uns langsam an die Stadt gewöhnten, waren wir doch froh, als wir dann nach einer Woche unsere vorletzte Etappe in Angriff nehmen konnten. Die Kinder und auch wir lechzten nach einem endgültigen Ankommen und etwas mehr Stabilität.
So machten wir uns am 5. Mai mit einem gemieteten „taxi-brousse“  (Buschtaxi) Richtung Fianarantsoa (wörtlich: „wo man gut lernt“) auf. Geplant war allerdings, am ersten Tag nur bis Ambositra zu fahren, was etwa auf halbem Weg zwischen Antananarivo (euch und mir zuliebe ab nun nur noch „Tana“) und Fianarantsoa („Fianar“) liegt, um dort in der Zweigstelle „unseres“ Projekts VOZAMA zu übernachten und den Chef des Projekts zu treffen, der sich gerade in entgegengesetzter Richtung, nämlich von Fianar Richtung Tana bewegte, um für ein paar Wochen nach Europa zu düsen.
Allerdings gestaltete sich die Abfahrt etwas schwieriger als geplant, weil wir erst bei der Ankunft des taxi-brousse erfuhren, dass es eine Norm gibt, die gebietet, Gepäck nur auf dem Dach und nicht im Inneren zu transportieren – dabei hatten wir extra einen Minibus mieten lassen, um darin die Sitze umzuklappen und unser Gepäck zu verstauen... Schnell stellte sich heraus, dass Kisten, Koffer, Kinder und Kegel nicht allesamt aufs Dach geschnürt werden konnten, und so musste uns Lou mit seinem Auto und seinem Fahrer aushelfen, der als Begleitkonvoi den Rest der Kisten und Kinder transportierte.
Die Fahrt verlief aber insgesamt gut, und so hatten wir nachmittags noch Zeit, das für sein Kunsthandwerk bekannte Städtchen Ambositra zu sehen.
Sarah und Noemi machten dabei bei unserer Ankunft die „Zoo-Erfahrung“: Da in der Anlage von VOZAMA am Samstag Musikunterricht für die Kinder des Quartiers stattfand, wimmelte es nur so von kleinen und großen braunen Kindern, für die zwei vazaha-Kinder mit glatten Haaren und weicher weißer Haut (Neu? - nein, mit Perwoll gewaschen!) die Attraktion schlechthin waren. Umringt wie zwei Popstars, betoucht, gestreichelt und gekrault wie Schoßhündchen, wussten die beiden zunächst nichts mit ihrer neuen Rolle anzufangen. Als Sarah dann aber anfing, „Frère Jacques“ zu singen, stimmten alle ringsherum mit ein und der Bann war gebrochen.
Sous le soleil de Mada

Der nächste Tag war für die Kinder und auch uns als Erholungspause zwischen zwei Reisen gedacht. Wir besuchten ein ‘alternativissimes’ französisches 68er-Ehepaar, das etwas außerhalb von Ambositra in den Bergen ein kleines Feriendorf aufgebaut hat, in dem Häuser nach altem regionalem Stil, nämlich nur aus Holz und möglichst ohne Nägel und Schrauben, nachgebaut sind, die als Bungalows vermietet werden. „Sous le soleil de Mada“ – so der Name des Ortes – machte seinem Namen alle Ehre: Bei strahlendem Sonnenschein in einer faszinierenden Berglandschaft – eine Art Auvergne, die mit Reisfeldern durchsetzt ist –  genossen wir die wundervolle Aussicht, die Stille voller Wunder und still verwundert das volle französische Essprogramm, von selbstgemachtem Punsch mit einheimischem Rum über Entrée und gut ‘auvergnate’ Truffade bis hin zum Dessert mit Ananas aus Eigenanbau und madagassischem Kaffee... Für alle, die noch zögern, uns besuchen zu kommen: „Le soleil de Mada“ liegt auf dem Weg nach Fianar!


Le rhum du soleil.
Les filles du soleil.
Die Strafe für zuviel soleil.

Am darauffolgenden Tag starteten wir (endlich endlich endlich) in unsere letzte Etappe: Ein taxi-brousse nach Fianar! Diesmal hatten wir allerdings vorgesorgt und ein noch größeres Taxi bestellt, das es tatsächlich schaffte, unser gesamtes Gepäck auf- und unterzubringen! Ob es in engen Kurven den Elchtest bestanden hätte, mag mal dahingestellt bleiben...
Auch diese Fahrt verlief angenehm, wenn auch die letzten 30 Kilometer der Straße gefühlte 300 km waren, weil das letzte Teilstück wie ein asphaltierter Emmentaler mit Löchern durchsetzt ist. Schließlich kamen wir aber etwas müde und doch zufrieden in Fianarantsoa an!

Dritter Akt - Fianarantsoa

Erster Blick auf Fianarantsoa (ganz hinten im Dunst)

Hier zogen wir vorläufig in ein zweizimmriges Appartement ein, darauf wartend, dass unser Häuschen in der Nähe der VOZAMA-Zentrale im Laufe des Monats Juni fertiggestellt wird. Das Ende unserer Odyssee naht, auch wenn uns täglich immer noch (verzauberte?) Schweine, Einäugige (Zyklopen?) und heulende (Polizei-)Sirenen über den Weg laufen oder fahren – oder hat der Verfasser der Odyssee nur verschwiegen, dass es zu Hause auch nicht besser war als während der Reise? Wie das hier mit treu wartenden Frauen ist, kann ich jedenfalls noch nicht beurteilen...

Aber damit bin ich ja schon bei den Eindrücken unserer neuen Heimat. Da dieser Eintrag aber ohnehin schon viel länger geworden ist, als er werden sollte, mache ich hier mal einen dicken Punkt
, in der Hoffnung, dass jemand überhaupt bis hierhin gelesen und nicht nur die Bilder angeschaut hat.

In der nächsten Zeit gibt’s dann „en vrac“ einzelne Erlebnisse, Situationen und Erlerntes aus der Stadt, wo man so gut lernen kann!

Nachbemerkung/Epilog
Noch einma der Hinweis darauf, dass es mehr Fotos in unserem Picasa-Album gibt:
Fotoalbum Schmejamada
Dort finden sich sogar schon Bilder aus Fianarantsoa und Umgebung (der Text zu den Bildern kommt in den nächsten Wochen).
Für alle, die wundervolle, künstlerisch anspruchsvolle, gehaltvolle und vollvolle Fotos erwarten, hie noch eine entschuldigende Anmerkung: Viele der Bilder entstanden aus dem Auto heraus. Auch hatte ich noch nicht die Zeit, Ruhe und Gelassenheit, die nötig sind, um erst intensiv zu schauen und dann erst zu fotografieren. Manche Fotos, gerade in den Städten, haben wir auch mit dem kleinen und qualitativ doch mangelhaften Apparat gemacht. Und ein letzter Grund für meine Unzufriedenheit: Die schönsten Aufnahmen wären die von einzelnen Menschen, wie sie auf dem Markt sitzen, einen schwer beladenen Wagen schieben, mit Plastiktüten Fußball spielen, ... - aber da sind die Hemmungen, sie so zu „ver-Objektiv-ieren“ einfach zu groß.
Wer ein paar richtig gute Fotos aus Madagaskar von einem Madagassen sehen will, die auch wirklich hervorragend das Alltagsleben hier widerspiegeln, der mag sich einmal bei den Bildern des madagassischen Fotografen Pierrot Men umsehen. Ihn findet man leicht im Internet, z.B. auf seiner Homepage.