Montag, 30. April 2012

Angekommen!

Nur kurz fuer alle, die um eine kurze Benachrichtigung gebeten haben: Wir sind nach einem laaaaaaaaaaaaaangen Flug letztlich doch recht schnell in Antananarivo angekommen und wurden sehr nett empfangen. Unsere ersten Eindruecke der Stadt sind sehr positiv.
Am Samstag geht es dann weiter ueber Ambositra nach Fianarantsoa, unserer "final destination".
Alles Weitere dann wenn ich laenger Zeit und eigenen Internetzugang habe.

Montag, 23. April 2012

Anschnallen, Sitze gerade stellen und Tische hochklappen...

Nur kurz zur Info:
Nachdem heute schon unsere 280 kg Gepäck in 7 knallroten Kisten auf den Weg geschickt wurden, werden wir ihnen nun tatsächlich schon am kommenden Sonntag, den 29.4. folgen, in der Hoffnung, sie dann auch in Antananarivo vorzufinden und nicht allzu viel mit den Zollbeamten über ihre Auslösung diskutieren zu müssen.
Wir sind glücklich, dass jetzt doch alles recht schnell geklappt hat und hoffen, dass die 11 Stunden Flug mit den Kindern genauso schnell vorbeigehen...

Die nächste Post im Post dann hoffentlich aus Madagaskar!

Dienstag, 17. April 2012

In Köln, um Köln und um Köln herum




Nun sind wir schon seit Mitte Januar in Köln, um uns weiter-, aus-, ein-, fort- und von hier wegzubilden, damit wir unsere Arbeit und unser Alltagsleben in Fianarantsoa angemessen angehen können. Zu dieser intensiven und sehr bewegten Zeit bekommt ihr hier ein paar Eindrücke und Informationen.


Seit dem 12.1.2012 haben wir unsere Bauernhof- und Dörfler-Vergangenheit aus dem Hasenäcker in Schafhausen zunächst einmal hinter uns gelassen und gehören zur Großstadt-Elite der - glaubt man ihren Einwohnern - schönsten Stadt der Welt. Tatsächlich genießen wir, Prinz Patrick und seine Funken-Mariechen, das bunte und vielfältige Leben hier, so weit uns unsere Vorbereitung Zeit dazu lässt.
Denn eigentlich sind wir ja nicht hier, um Fasching Fasnacht Fasnet Karneval zu feiern, sondern weil hier die Zentrale unserer Entsendeorganisation, der AGEH liegt.
 
AGEH - für die, die es nicht wissen und immer schon wissen wollten - steht für... ja, wofür denn?

a) Allgemeine gereontologische Essensversorgung für Hungrige
b) Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe
c) Agentur für genderspezifische Euphorie im Himalaya
(Rufen Sie sofort an und gewinnen Sie noch heute eine kostenlose Reise zur Meisterschaftsfeier des 1. FC Köln!)



Die AGEH gewährt uns hier in Köln Unterschlupf, Verpflegung und v.a. Qualifizierungsmaßnahmen in allen Bereichen: Von allgemeinen Themen wie "Rahmenbedingungen personeller Entwicklungszusammenarbeit", "interkulturelle Kommunikation" oder "Safety und Security" über fachspezifische Kurse wie "Organisationsentwicklung" oder "Beratungsrollen und -kompetenzen" bis hin zu individuellem Coaching und Sprachunterricht in Madagassisch war alles dabei. Die Kurse waren durchweg hoch professionell, wurden meist von Spezialisten durchgeführt und haben uns viele wichtige Erkenntnisse und Kompetenzen erwerben lassen. Da sie sehr zeitintensiv und oft auch mit Reisen verbunden waren, sind wir jetzt gegen Ende der Vorbereitungszeit aber auch ziemlich erschöpft und freuen uns darauf, dass es in ... leider nicht absehbarer Zeit dann auch losgeht.


Nicht absehbar deswegen, weil trotz vielfältiger Behördengänge, Beglaubigungen, Kopien, Scans, Übersetzungen, Kuriersendungen und weiterer bürokratischer Turnübungen drei Monate nicht genug waren, um alle notwendigen Dokumente von den notwendigen Zuständigen in der notwendigen Form vorliegen zu haben, um ein Visum bei der madagassischen Botschaft beantragen zu können. Bereits eingeweihte Bekannte hatten uns schon im Vorfeld von dem bürokratischen Eifer der madagassischen Behörden vorgeschwärmt, und es scheint so, als ob wir es da tatsächlich mit echten Profis zu tun hätten. Aber seit ein paar Tagen sehen wir ein Glüchwürmchen am Ende des Gotthard-Tunnels, so dass berechtigte Hoffnung besteht, dass wir zwar nicht wie geplant am 22.4. ausreisen, aber doch noch vor dem Weltuntergang im Dezember.


Überraschend und erfreulich gut haben sich von Anfang an Noemi und Sarah hier eingelebt. Zum einen waren da natürlich die Vergnügungen und Abenteuer in und um Köln, das Möglichkeiten bietet, die man nicht alle genauso in Schafhausen finden konnte: Herumklettern im Dom (mit knapp verfehltem Auslösen der Alarmanlage im Altarbereich durch die Treppen erklimmende Noemi), Nilpferdkakaschauen im Zoo, Bimmelbahn fahren (ohne ein einziges Mal herauszuschauen), von Rheinbrücken spucken und Schiffe gucken, x (oder waren es y?) verschiedene Spielplätze ausprobieren, Taube(n) auf der Domplatte jagen u.v.m.
Aber auch das Leben bei der AGEH sagte den Kindern durchaus zu: War für Daniela und mich das WG-Leben auf engem Raum mit vier anderen Familien in Vorbereitung zunächst gewöhnungsbedürftig, so genossen die Kinder die überall offen stehenden Türen und machten sich sofort eine Menge mulitkultureller Freundinnen und Freunde: Maia, Talina, Isabella, Emil, Sophie, Joel, Sar(it)a, Hanna und einige mehr trafen sich täglich in dem einen oder anderen Zimmer, erkundeten die Spielsachen der anderen und machten die Kinderbetreuung unsicher.
Aber auch für uns war der interkulturelle Austausch und die Vielfalt der Bestimmungsländer, Visionen, Meinungen und Arbeitsfelder eine große Bereicherung und der Kontakt mit den verschiedenen Menschen hier hat unseren Horizont stark ausgeweitet.

Wenn sich noch der eine oder die andere fragt, was wir mit unserem Haus gemacht haben: Mitte Februar sind wir für eine Woche eben dorthin zurückgekehrt und haben all das, was wir bisher so gehortet hatten, in Kisten, Kartons, Koffer, Tüten und Wäschekörbe gepackt und in einen Lagerraum in Rutesheim gebracht. Es ist schon erstaunlich, was sich (bzw., um ehrlich zu sein: man) da so alles ansammelt, und wir sind froh, dass wir das Ganze nicht erst zehn Jahre später gemacht haben, weil wir da sonst wahrscheinlich eine ganze Lagerhalle hätten mieten müssen...
Nicht unbedingt hilfreich dabei war, dass 3 1/2 von uns während des Auszugs durch Viren motivierte beschleunigte Transportwege im Bauchinneren hatten, so dass zumindest bei den Kindern in regelmäßig kurzen Abständen auch ein Auszug der Windeln/Hosen stattfand, um Überschwemmungen im "Hinterland" mit Über-das-Ufer-Treten der Dämme so weit wie möglich zu verhindern. Den Rest könnt ihr euch selber in den schönsten Grün- und Brauntönen ausmalen :-)
Sarah und Noemi auf dem Weg von Schafhausen nach Madagaskar
Zur Erholung durfte Daniela dann übrigens für zwei Wochen nach Bari fliegen (während Patrick in Oxford über seinen eigenen Schatten springen und Englisch sprechen durfte), obwohl auch der Flug aufgrund der eben erwähnten Wetterlage nicht unbedingt entspannend verlief.

Inzwischen ist aber alles wieder in "trockenen Tüchern", das Haus ist vermietet und wir warten eigentlich nur noch auf ein Signal aus Berlin, wo die madagassische Botschaft uns grünes Licht und einen Stempel geben muss.
Wenn es dann so weit ist und wir startbereit sind, lassen wir es euch wissen.

Wir hoffen, es geht allen gut und wir würden uns freuen, regelmäßig von euch zu lesen oder zu hören. Tschö und Alaaf,
Patrick, Daniela, Sarah und Noemi.

P.S.: Hier noch, wie in der Mail versprochen, der Link zu unserem Picasa-Webalbum:

Webalbum Schmejamada